Halbleiter-Hersteller im Vergleich

Heute geht es einmal um eine Wachstumsbranche: Mikroprozessoren  in Halbleitertechnik sind für die moderne Welt unerlässlich und die Entwicklung schreitet sehr schnell voran. Seit 1970 die ersten Mikroprozessoren auf Basis integrierter Schaltkreise in Halbleitertechnik auf den Markt kamen. (Intel 4004, Texas Instruments TMS 1000) entwickelte sich die Technik in atemberaubender Geschwindigkeit: So hatte der Urgroßvater aller Mikroprozessoren, der Intel 4004, ein 4-Bit-Prozessor, 2300 Transistoren und konnte bei einer Taktfrequenz von 500 Kilohertz (das ist ein zweitausendstel Gigahertz) etwa 62.500 Befehle pro Sekunde abarbeiten. Das sind 0,063 MIPS (Million Instructions per second)
Ein moderner Mikroprozessor, wie z.B. ein moderner Quade-Core-Intel XEON-Prozessor hat eine Taktfrequenz von 3,9 GHz (das ist schon fast 8000 mal schneller als der Intel 4004) und kann – bedingt durch seine 64Bit-Architektur und die Multi-Core Technik etwa 12.000 MIPS leisten, das ist sagenhafte 190.000(!) mal schneller als der erste Prozessor von 1970. Mittlerweile werden bis zu 5 Milliarden Transistoren in einen Chip gepackt. Auch das ist 2,5 Millionen Mal soviel wie 1970.
Kaum eine Technologie hat sich so schnell entwickelt in den letzten 40 Jahren.

Aus der modernen Welt sind diese Chips nichtmehr wegzudenken. In jedem Computer und Mobiltelefon sind sind präsent, aber auch im Mikrowellenherd, im Auto, beinahe in jedem elektronischem Gerät.

Ich habe deshalb heute einige Firmen verglichen, die solche Bauteile herstellen – und unterschiedlich spezialisiert sind.

Die Vergleichskandidaten:

Qualcomm:

Qualcomm ist spezialisiert auf die Herstellung von integrierten Schaltkreisen für die Mobiltelefonie. Sie stellen einerseits die Chips für die Übertragung von Mobilfunk-Signalen her (z.B. HSDPA, LTE), andererseits aber auch mobile Prozessoren die auf hohe Geschwindigkeit bei wenig Stromverbrauch optimiert sind. (z.B. Qualcomm Snapdragon) Chips von Qualcomm findet man eigentlich in so gut wie jedem modernen Smartphone. Die meisten Android-Geräte benutzten ausschließlich Chipsätze von Qualcomm, aber auch das Apple Iphone enthält Chips von Qualcomm (die Haupt-CPU ist beim Iphone eine Apple-Eigenproduktion)

Intel:

Der Platzhirsch unter den Prozessor-Herstellern. Marktführer bei Desktop-Geräten, egal ob PC oder Mac. Auch Intel stellt aber stromsparende mobile Prozessoren her, die öfters in Tablets Verwendung finden wie z.B. im Microsoft Surface Tablet.

Texas Instruments (TI):

Texas Instruments zählt neben Intel zu den Pionieren der Mikroprozessortechnik. Hat man sich Anfangs vor allem auf Taschenrechner spezialisiert (fast jeder wird den TI-30 noch aus der Schulzeit kennen) so ist man mittlerweile einer der führenden Hersteller für Chips in der Alltagstechnik wie z.B. in TV-Geräten, Waschmaschinen, etc.

Infineon:

Das einzige europäische Unternehmen unter den Vergleichskandidaten ist spezialisiert auf Mikrochips in der KFZ-Technik. Es werden sowohl Mikrocontroller als auch Sensoren hergestellt.

NVIDIA:

NVIDIA ist spezialisiert auf die Herstellung von hochleistungs-Grafik-Prozessoren. So arbeiten z.B. in der aktuellen Playstation 3 von SONY und in der Xbox one von Microsoft 3D-Grafikprozessoren von NVIDIA.

Broadcom:

Broadcom hat sich auf integrierte Schaltkreise für Netzwerktechnik spezialisiert. Man produziert also Chips für Netzwerkkarten, Ethernet, WLAN, Kabelmodems und DSL-Modems.

ARM:

ARM verfolgt ein sehr interessantes Geschäftsmodell: Sie produzieren nicht selbst sondern entwickeln Chips für Mobiltelefone und lizensierten sie dann an diverse Hersteller.
So ist beinahe jedes Smartphone heutzutage mit ARM-Technologie ausgestattet. Sowohl das Herz des Iphone 6 (der Apple A8-Prozessor) als auch die Qualcomm-Snapdragon-Prozessoren die in vielen Android-Handys ihren Dienst verrichten, basieren alle auf der ARM-Architektur.

Der Vergleich:

Jeder Hersteller hat also seine Marktnische gefunden und sich dort spezialisiert. Dadurch ist schon einmal zu erkennen, daß vor allem 2 Hersteller vom derzeitigen Smartphone und Tablet-Boom profitieren: Qualcomm und ARM.

Nun kommen wir einmal zu den harten Fakten, den Zahlen:

Umsatz:

Umsatz 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Zuwachs
QUALCOMM 4.880,00 5.673,00 7.526,00 8.871,00 11.142,00 10.416,00 10.982,00 14.957,00 19.121,00 24.866,00 409,55%
INTEL 34.209,00 38.826,00 35.382,00 38.334,00 37.586,00 35.127,00 43.623,00 53.999,00 53.341,00 52.708,00 54,08%
TI 12.580,00 12.335,00 14.255,00 13.835,00 12.501,00 10.427,00 13.966,00 13.735,00 12.825,00 12.205,00 -2,98%
INFINEON 7.195,00 6.759,00 7.929,00 4.074,00 3.903,00 2.184,00 3.295,00 3.997,00 3.904,00 3.843,00 -46,59%
NVIDIA 1.822,94 2.010,03 2.375,69 3.068,77 4.097,86 3.424,86 3.326,45 3.543,31 3.997,93 4.280,16 134,79%
BROADCOM 2.400,61 2.670,79 3.667,82 3.776,40 4.658,13 4.490,32 6.818,32 7.389,00 8.006,00 8.305,00 245,95%
ARM 152,90 232,44 263,25 259,16 298,93 305,02 406,60 491,83 576,90 714,60 367,37%

Auch hier ist bereits zu erkennen, daß in den letzten 10 Jahren besonders der Markt für mobile Technologien wie Smartphones und Tablets gewachsen ist. Den höchsten Umsatzzuwachs konnten Qualcomm und ARM verbuchen.

Netto-Gewinn:

Nettogewinn 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
QUALCOMM 1.720,00 2.143,00 2.470,00 3.303,00 3.160,00 1.592,00 3.247,00 4.260,00 6.109,00 6.853,00 9.107,52 9.604,57
INTEL 7.516,00 8.664,00 5.044,00 6.976,00 5.292,00 4.369,00 11.464,00 12.942,00 11.005,00 9.620,00 11.536,88 11.722,53
TI 1.861,00 2.324,00 4.341,00 2.657,00 1.920,00 1.470,00 3.228,00 2.236,00 1.759,00 2.162,00 2.839,95 3.145,53
INFINEON 61,00 -312,00 -268,00 -347,00 -2.935,00 -626,00 659,00 1.119,00 427,00 272,00 486,20 560,07
NVIDIA 74,42 100,36 301,18 448,83 797,65 -30,04 -67,99 253,15 581,09 562,54 715,53 754,29
BROADCOM 173,19 367,09 379,04 213,34 214,79 65,26 1.081,80 927,00 719,00 424,00 1.802,40 2.025,94
ARM 25,88 29,65 48,16 35,25 43,59 40,44 85,97 112,64 160,70 104,80 332,47 398,85

 

GewinnVeränderung 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2004-2014
QUALCOMM 24,59% 15,26% 33,72% -4,33% -49,62% 103,96% 31,20% 43,40% 12,18% 32,90% 429,51%
INTEL 15,27% -41,78% 38,30% -24,14% -17,44% 162,39% 12,89% -14,97% -12,59% 19,93% 53,50%
TI 24,88% 86,79% -38,79% -27,74% -23,44% 119,59% -30,73% -21,33% 22,91% 31,36% 52,60%
INFINEON -611,48% 14,10% -29,48% -745,82% 78,67% 205,27% 69,80% -61,84% -36,30% 78,75% 697,05%
NVIDIA 34,85% 200,11% 49,03% 77,71% -103,77% -126,31% 472,34% 129,55% -3,19% 27,20% 861,49%
BROADCOM 111,96% 3,26% -43,72% 0,68% -69,62% 1557,65% -14,31% -22,44% -41,03% 325,09% 940,74%
ARM 14,58% 62,43% -26,80% 23,67% -7,23% 112,60% 31,02% 42,66% -34,79% 217,24% 1184,91%

Die beiden Tabellen zeigen einerseits den Netto-Gewinn der Unternehmen inkl. Schätzungen für 2014 und 2015 sowie die Veränderung des Gewinnes über die einzelnen Jahre.

Hier sieht man das atemberaubende Wachstum von ARM sehr deutlich. Auch Broadcom war gut dabei, allerdings mit stärkeren Gewinnschwankungen. Bei Infineon und NVIDIA muss man aufpassen: Sie hatten eine sehr instabile Gewinn-Entwicklung und auch immer wieder Verlustjahre. Hier trügt der Schein des starken Zuwachses beim Gewinn ein wenig.

Umsatzrendite:

Umsatzrendite 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
QUALCOMM 35,25% 37,78% 32,82% 37,23% 28,36% 15,28% 29,57% 28,48% 31,95% 27,56%
INTEL 21,97% 22,31% 14,26% 18,20% 14,08% 12,44% 26,28% 23,97% 20,63% 18,25%
TI 14,79% 18,84% 30,45% 19,20% 15,36% 14,10% 23,11% 16,28% 13,72% 17,71%
INFINEON 0,85% -4,62% -3,38% -8,52% -75,20% -28,66% 20,00% 28,00% 10,94% 7,08%
NVIDIA 4,08% 4,99% 12,68% 14,63% 19,46% -0,88% -2,04% 7,14% 14,53% 13,14%
BROADCOM 7,21% 13,74% 10,33% 5,65% 4,61% 1,45% 15,87% 12,55% 8,98% 5,11%
ARM 16,92% 12,75% 18,29% 13,60% 14,58% 13,26% 21,14% 22,90% 27,86% 14,67%

Wie viel Prozent vom Umsatz konnten zu Gewinn werden? Diese Aufstellung zeigt quasi wir groß die Gewinnspanne ist. Interessanterweise hat hier Qualcomm die Nase vorne, obwohl ARM keine eigene Produktion hat und deshalb theoretisch eigentlich eine bessere Wertschöpfung haben sollte. Möglicherweise übersteigt allerdings der Forschungs- und Entwicklungsaufwand den Aufwand bei der Produktion. ARM forscht und Qualcomm produziert.
In dieser Kategorie jedenfalls sind Qualcomm und Intel vorne.

Gesamtkapitalrendite:

GK-Rendite 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
QUALCOMM 15,91% 17,20% 16,27% 17,92% 12,88% 5,89% 10,76% 11,96% 14,30% 15,09%
INTEL 15,82% 17,97% 10,48% 12,56% 10,45% 8,23% 18,14% 18,26% 13,15% 10,68%
TI 11,55% 15,49% 31,21% 20,98% 16,10% 12,13% 24,09% 11,11% 9,21% 11,92%
INFINEON 1,56% -2,25% -1,20% -2,09% -51,52% -12,60% 15,04% 20,13% 8,26% 5,47%
NVIDIA 6,18% 6,17% 15,41% 16,78% 21,29% -0,88% -1,80% 5,70% 10,52% 8,82%
BROADCOM 6,00% 9,78% 7,77% 4,41% 4,89% 1,27% 13,62% 10,31% 6,68% 3,95%
ARM 3,59% 3,63% 6,47% 5,49% 5,15% 4,81% 7,98% 8,67% 10,98% 6,41%

Die gute Umsatzrendite bei Qualcomm und Intel schlägt direkt auf die GK-Rendite durch.

Cashflow:

Free-Cashflow 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
QUALCOMM 2.149,00 2.110,00 2.568,00 2.993,00 2.161,00 6.411,00 3.650,00 4.307,00 4.714,00 7.730,00
INTEL 9.276,00 9.005,00 4.772,00 7.625,00 5.729,00 6.655,00 11.485,00 10.199,00 7.857,00 10.065,00
TI 1.848,00 2.484,00 1.189,00 3.720,00 2.567,00 1.890,00 2.621,00 2.440,00 2.919,00 2.972,00
INFINEON 694,00 -305,00 -250,00 753,00 -541,00 -227,00 534,00 357,00 -251,00 286,00
NVIDIA -77,93 64,94 366,81 441,86 1.082,45 -158,31 410,21 577,91 770,42 640,86
BROADCOM 451,91 404,94 799,18 674,89 836,81 920,32 1.261,90 1.675,00 1.687,00 1.557,00
ARM 44,70 41,61 62,65 60,77 95,68 91,81 172,29 185,91 251,60 315,00

 

Cashflow-Änderung 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2004-2013
QUALCOMM -1,81% 21,71% 16,55% -27,80% 196,67% -43,07% 18,00% 9,45% 63,98% 259,70%
INTEL -2,92% -47,01% 59,79% -24,87% 16,16% 72,58% -11,20% -22,96% 28,10% 8,51%
TI 34,42% -52,13% 212,87% -30,99% -26,37% 38,68% -6,91% 19,63% 1,82% 60,82%
INFINEON -143,95% -18,03% -401,20% -171,85% -58,04% -335,24% -33,15% -170,31% -213,94% -58,79%
NVIDIA -183,33% 464,85% 20,46% 144,98% -114,63% -359,12% 40,88% 33,31% -16,82% -922,40%
BROADCOM -10,39% 97,36% -15,55% 23,99% 9,98% 37,12% 32,74% 0,72% -7,71% 244,54%
ARM -6,92% 50,55% -2,99% 57,45% -4,05% 87,66% 7,91% 35,34% 25,20% 604,63%

Infineon belegt hier leider den letzten Platz. Sie bringen keinen nachhaltigen positiven Cashflow auf die Reihe und sind deshalb laufend auf neues Fremdkapital angewiesen.
Auch hier ist wieder zu erkennen, daß die Mobiltechnologie in den letzten 10 Jahren am lukrativsten war. ARM und Qualcomm haben abermals die Nase vorne.

Dividendendeckung vom Free Cashflow:

Div. Deckung CF 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
QUALCOMM 693,23% 400,38% 365,81% 342,84% 215,24% 573,95% 299,18% 298,68% 290,45% 373,43%
INTEL 826,74% 455,49% 203,58% 289,59% 184,33% 214,06% 327,86% 244,70% 176,96% 213,11%
TI 1056,00% 1364,84% 577,18% 873,24% 478,03% 333,33% 442,74% 355,69% 322,90% 234,02%
INFINEON n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a 207,56% -132,11% 158,89%
NVIDIA n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a 1277,64%
BROADCOM n/a n/a n/a n/a n/a n/a 772,13% 841,71% 664,17% 548,24%
ARM 498,09% 398,74% 506,57% 326,66% 361,97% 315,44% 493,81% 440,90% 482,92% 455,86%

Wachstumsunternehmen schütten in der Regel wenig bis keine Dividende aus. Da diese Unternehmen aber bereits etabliert sind (sie haben die starke Wachstumsphase nach der Gründung schon lange hinter sich lassen) können sie es sich leisten Dividende zu bezahlen – zumindest einige von ihnen.

Infineon, NVIDIA und Broadcom bezahlen erst seit kurzem eine Dividende. Bei Infineon ist aufgrund der schlechten Cashflow-Entwicklung die Deckung nicht nachhaltig garantiert. Alle anderen schütten nur einen Bruchteil des Cashflows aus, sodass die Deckung durchwegs über 100% beträgt. Wieder ganz vorne ARM und Qualcomm.

Die Bewertung:

KGV 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Median 2004-2015
QUALCOMM 40,68 33,05 25,28 19,61 18,30 49,17 24,78 21,58 16,91 18,14 13,80 13,09 20,59
INTEL 19,56 17,37 23,15 22,43 15,44 26,02 10,23 9,54 9,15 13,36 13,99 13,77 14,72
TI 22,70 22,33 9,84 17,62 10,24 22,14 11,82 14,88 19,41 22,23 17,58 15,87 17,60
INFINEON 97,80 -18,52 -29,76 -17,46 -0,25 -6,74 11,48 5,65 15,51 30,84 17,21 14,94 8,57
NVIDIA 51,06 62,36 43,69 43,06 5,40 -344,86 -128,10 33,43 13,01 16,14 13,87 13,16 15,01
BROADCOM 61,81 44,17 45,01 66,44 40,76 234,58 20,71 17,07 25,48 39,17 12,26 10,91 39,97
ARM 43,44 56,05 34,99 45,24 25,17 56,63 66,16 71,01 66,15 146,44 34,70 28,92 50,65
Bewertung Div.Rendite Div. Wachstum 3 J KBV KUV
QUALCOMM 2,03% 23,88% 3,24 4,82
INTEL 2,78% 7,23% 2,83 2,94
TI 2,66% 32,15% 4,72 3,92
INFINEON 2,02% 6,27% 2,08 1,95
NVIDIA 1,87% n/a 2,31 2,36
BROADCOM 1,28% 10,33% 2,54 2,61
ARM 0,80% 25,05% 8,10 15,42

Fundamental sind ARM und Qualcomm eindeutig die Gewinner.
Sie haben wohl auch in Zukunft die besten Wachstumsaussichten, da der mobile Boom noch nicht abgerissen ist: Es werden immer mehr klassische Notebooks durch Tablets ersetzt und Smartphones bleiben ein Thema. Viele Leute kaufen sich alle 1-2 Jahre ein neues Smartphone um immer vorne dabei zu sein.
Einzig bei Intel sehe ich noch die Möglichkeit, daß sie in Zukunft ebenfalls von der zunehmenden Mobilisierung der Computertechnik profiteren können.

Vom KGV her notieren Qualcomm und ARM derzeit (2014er Spalte) unter dem Median. Allerdings kommt mir ARM mit einem KGV von fast 35 schon sehr teuer vor. Da ist schon extrem viel Wachstum eingepreist und die eine oder andere schlechte Nachricht kann schnell zu Kurseinbrüchen führen. Qualcomm ist da mit einem KGV von 13,8 fairer bewertet.

Auch beim KBV und KUV ist Qualcomm günstiger – eben weil es nicht so schnell wachst wie ARM. Aber auch Qualcomm wächst. Deshalb werde ich Qualcomm in das Financeblog-wikifolio übernehmen.

Der Chart:

Aktienkurse der Halbleiter-Hersteller seit 2004
Aktienkurse der Halbleiter-Hersteller seit 2004

Nur ARM, Qualcomm und NVIDIA konnten den S&P 500 – Index in den letzten 10 Jahren schlagen.

Gesamtertrag im Vergleich:

Einstiegsjahr QUALCOMM INTEL TI INFINEON NVIDIA BROADCOM ARM S&P 500
2007 11,06% 10,40% 9,06% -0,88% -3,13% 3,66% 30,57% 6,50%
2008 11,90% 7,24% 7,93% 3,16% -8,07% 7,55% 35,90% 6,71%
2009 15,72% 19,91% 24,65% 50,39% 16,42% 17,45% 52,11% 16,92%
2010 12,69% 15,38% 16,48% 19,21% 0,69% 6,65% 42,15% 15,02%
2011 13,69% 17,95% 13,79% 6,84% 6,23% -0,78% 23,43% 15,00%
2012 14,22% 17,46% 23,43% 16,37% 12,87% 13,85% 17,66% 20,21%
2013 13,86% 38,83% 32,89% 22,15% 29,46% 13,53% 10,73% 22,75%
2014 3,19% 50,50% 16,54% 13,44% 24,11% 54,53% -22,68% 10,80%

Hier noch eine Tabelle mit dem Gesamtertrag (also Kursgewinn + Dividenden) seit 2007.
Das Einstiegsjahr gibt an, wann man die Investition begonnen hat und der Ertrag ist per anno bis zum heutigen Tag zu verstehen.
Hätte man also 2007 (anstatt 2004) in NVIDIA investiert, hätte man heute einen jährlichen Verlust von 3,13% gemacht. Man sieht also wieder einmal, daß man von der vergangenen Kursentwicklung nie auf die Zukunft schließen sollte.

Bei ARM sieht man, daß das heurige Jahr schlecht gelaufen ist. Das Wachstum hat sich verlangsamt und gerade in den letzten Tagen ist der Aktienkurs deshalb ziemlich abgestürzt.
Mit Qualcomm hatte man seit 2007 immer Gewinne, egal war man eingestiegen ist – allerdings konnte der Index nur bei einem Einstieg 2007 oder 2008 geschlagen werden – möglicherweise eine Erklärung für die derzeit günstige Bewertung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.